Rechte und Entschädigungen bei Flugverspätungen

Mit etwas Glück kommen Sie nur später am Reiseziel an, im schlechtesten Fall verpassen Sie Ihren Anschlussflug. Ärgerlich ist eine Flugverspätung immer. Insbesondere, wenn Sie Ihre Rechte nicht kennen, nicht wissen, wann Ihnen welche Entschädigung zusteht und wie Sie sie einfordern. An diesem Punkt springen wir ein. Wir informieren Sie, welche Rechte Sie bei einer Flugverspätung haben und wie Sie Ihre Ansprüche geltend machen.

Ihre Rechte und Ansprüche bei Flugverspätungen

Tatsächlich gibt es ein EU-Gesetz, das sehr genau regelt, ab wann Ihnen bei Flugverspätung – dabei geht es immer um die Landung am Zielflughafen – welche Entschädigung zusteht. Die magische Grenze liegt bei 3 Stunden. Landet Ihr Flieger trotz Verspätung früher, steht Ihnen keine Entschädigung zu. Verzögert sich die Landung um mindestens 3 Stunden, bemessen sich die Ansprüche nach der Länge der Flugstrecke. Liegen mehr als 3.500 Kilometer zwischen Abflug- und Zielflughafen stehen Ihnen theoretisch 600 € zu, zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern 400 €, unter 1.500 Kilometern 250 €. Weshalb theoretisch?

Die Verordnung der EU zu Fluggastrechten gilt nur für Flüge, die komplett innerhalb der EU stattfinden, mindestens aber in einem EU-Staat starten oder landen. Chancenlos sind Sie aber auch außereuropäisch nicht. Landet Ihre Maschine beispielsweise aus Mexiko City deutlich verspätet in Buenos Aires, kontaktieren Sie Ihre Airline.

Bedenken Sie, dass es auch Ausschlussgründe gibt, die verhindern, dass Sie trotz einer Flugverspätung von mindestens 3 Stunden eine Entschädigung erhalten. So sind Fluggesellschaften bei außergewöhnlichen Umständen wie extrem schlechtem Wetter, Vogelschlag, Streik oder Sicherheitsrisiken wie politischer Instabilität nicht verpflichtet, Sie zu entschädigen. 

Grundsätzlich beschränken sich Ihre Ansprüche bei Flugverspätung jedoch nicht auf etwaige Entschädigungen. Verzögert sich der Start um mehrere Stunden, unterstehen die Fluggesellschaften einer Betreuungspflicht. Sie müssen Sie verpflegen, Ihnen eine Mahlzeit und Getränke zur Verfügung stellen, die der Wartezeit angemessen sind – unentgeltlich, versteht sich. Erhalten Sie weder Gutscheine noch direkt etwas zu essen, dürfen Sie sich daher selbst eine Mahlzeit besorgen und sie der Airline mithilfe der Belege später in Rechnung stellen. Bedenken Sie jedoch, dass eine warme Mahlzeit erst ab einer Flugverspätung von einem halben Tag angemessen ist. Start der Betreuungspflicht ist bei Flügen von 1.500 Kilometern ab 2, zwischen 1.500 und 3.000 Kilometern ab 3 und ab 3.500 Kilometern ab 4 Stunden. Können Sie erst am nächsten Morgen fliegen, muss die Airline eine Übernachtung inklusive Transport zur Verfügung stellen.

So erhalten Sie Ihre Entschädigung bei Flugverspätung

Entscheidend bei der Einforderung Ihrer Entschädigung bei Flugverspätung ist zunächst, dass Sie mindestens 45 Minuten vor Abflug am Check-in-Schalter waren und dies auch belegen können. Lassen Sie sich die Flugverspätung zudem von der Airline bestätigen und bewahren Sie Ihre Bordkarte sowie das Ticket auf. Sind Sie dann mindestens 3 Stunden zu spät am Zielort gelandet, setzen Sie ein Schreiben an die Airline auf, um Ihre Entschädigungsforderung geltend zu machen. Darin führen Sie alle wichtigen Parameter wie Flugverspätung, Distanz zwischen Start- und Zielflughafen sowie etwaige Verpflegung während des Wartens auf.

Dass die Airline nicht zahlen möchte, obwohl Ihnen eine Entschädigung zusteht, kommt nicht selten vor. Mitunter versuchen sie, Sie mit Schlichtungsangeboten herunterzuhandeln oder erklären, Ihnen stünde keine Entschädigung zu. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Verordnung der EU ist eindeutig. Zudem gibt es die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Sowohl von der Europäischen Kommission als auch von der Bundesregierung anerkannt, übernimmt sie für Sie die Verhandlung mit der Fluggesellschaft – kostenlos. Voraussetzung ist lediglich, dass Sie Ihren Anspruch zuvor selbst der Fluggesellschaft mitgeteilt haben und die Portokosten dafür übernehmen. Danach gelingt der SÖP in 90 Prozent der Fälle eine Einigung, durch die Sie im Normalfall die Ihnen wegen der Flugverspätung zustehende Summe ausgezahlt bekommen. Bleibt die Fluggesellschaft hart, bringt die SÖP Ihren Fall auch vor Gericht.

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