Ratgeber Reiseapotheke – Gut gerüstet in den Urlaub

Damit Sie im Urlaub schnell reagieren können, ohne die nächste Apotheke suchen zu müssen, erklären wir Ihnen, welche Medikamente in die Reiseapotheke gehören und wie sie wirken. Außerdem gehen wir auf die richtige Aufbewahrung der Medikamente ein. Sie leiden unter einer Unverträglichkeit oder einer chronischen Krankheit? Dann geben wir Ihnen auch für diese Fälle einige nützliche Tipps für die Reiseapotheke an die Hand.

Ihre Reiseapotheke für einen beschwerdefreien Urlaub

Gut vorbereitet kann Ihnen im Urlaub nichts passieren – auch nicht bei kleinen Verletzungen oder Erkrankungen. Wir geben Ihnen alle Informationen an die Hand, die Sie benötigen. Werfen Sie doch einmal einen Blick auf unsere Checkliste für die Reiseapotheke. Wir nennen alle Medikamente, die Sie auf der Urlaubsreise mitnehmen sollten, zum Beispiel Schmerzmittel und Verbandszeug. Außerdem erklären wir, wie die einzelnen Medikamente wie Ibuprofen oder Soventol wirken und warum manche Gels gegen Sonnenbrand nicht für Kinder geeignet sind.

Erkältungen treten im Urlaub häufiger auf, als Sie denken, auch an einem warmen Reiseziel. Denn Klimaanlagen im Hotel können Ihre Schleimhäute austrocknen, gerade wenn Sie die kalte Zugluft nicht gewohnt sind. Bei Halsschmerzen und Schnupfen kommen die entsprechenden Medikamente wie Halspastillen und Nasenspray gerade recht. Für Babys und Kleinkinder müssen Sie spezielle Nasentropfen verwenden, da sie den abschwellenden Wirkstoff im Nasenspray für Erwachsene nicht vertragen. Je nach Reisedauer sollten Sie genügend Medikamente und Verbandszeug vorrätig haben, besonders wenn Sie bestimmte Medikamente täglich einnehmen.

Die Reiseapotheke passend zum Reiseziel

Reisen Sie mit Kindern, sollten Sie Schmerztabletten, Mittel gegen Fieber und Durchfall sowie gegen Reiseübelkeit unabhängig vom Reiseziel immer dabei haben. Denn beim Nachwuchs tritt die Reisekrankheit häufiger auf als bei den Eltern. Auch Verbandszeug gehört in jede Reiseapotheke, Pflaster und Wundsalbe ebenso.

Vor Reisen in tropische und subtropische Gebiete sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt und einem Reise- oder Tropenmediziner. Er berät Sie konkret zu Ihrem Reiseziel. Für die gegebenenfalls notwendige Malariaprophylaxe nehmen Sie bei manchen Urlaubsregionen einige Tage vor Reiseantritt eine Tablette als Chemoprophylaxe ein. An Reisezielen, die weniger gefährdet sind, führen Sie die Malariatabletten nur mit sich und nehmen sie erst im Krankheitsfall ein. Tritt am Reiseort Fieber auf, sollten Sie zusätzlich einen Arzt aufsuchen. Wichtig: Die Malariatabletten müssen Sie auch nach der Rückkehr nach Hause weiter einnehmen, um alle Krankheitserreger abzutöten. Sprechen Sie am besten sofort nach Ihrer Rückkehr mit einem Reisemediziner.

Tipps für die Reiseapotheke: Erste Hilfe für Ihren Urlaub

Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, haben Sie natürlich auch im Urlaub dabei. Zusätzlich sollten Sie sich mit einer passend zur Ihrem Reiseziel und Ihrer Urlaubsart ausgerüsteten Reiseapotheke gegen häufige Reisekrankheiten und typische Gefahren an Ihrer Destination wappnen. Denn Aktivurlauber in Thailand benötigen mehr Verbandsmaterial, Besucher tropischer Regionen möglicherweise Malariatabletten und Familien spezielle Medikamente für Kinder. Zumal es im Ausland nicht immer einfach ist, geeignete Medikamente zu bekommen: Sprachprobleme, geschlossene oder nicht vorhandene Apotheken in der Nähe und Lieferprobleme können es erschweren, sich und die Familie unterwegs schnell zu versorgen. Deshalb haben wir die wichtigsten Tipps für die Reiseapotheke zusammengestellt.

Allgemeine Tipps für die Reiseapotheke

Im Wesentlichen unterscheiden sich Reisemedikamente nur wenig von denen in Ihrer Hausapotheke. Als chronisch Kranker sollten Sie ausreichend Medikamente mitnehmen und den Inhalt Ihrer Reiseapotheke noch einmal mit Ihrem Arzt besprechen. Ansonsten können Sie sich an folgender Checkliste orientieren.

In die Notfallapotheke für die Reise gehören: 

  • Schmerzmittel, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ibuprofen
  • Tabletten gegen Durchfall und eventuell Elektrolytpulver
  • Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Präparate gegen Allergien, zum Beispiel Antihistaminika
  • Salbe als Pflege bei Entzündungen und Hautabschürfungen
  • Sonnenschutzmittel und kühlende Salbe für Sonnenbrand
  • Insektenspray
  • juckreizstillendes Gel für Insektenstiche
  • Verbandsmaterial (Schere, Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Einmalhandschuhe)
www.allianz-reiseversicherung.de - Reiseapotheke

Tipps für die Reiseapotheke passend zum Reiseziel 

Wer eine Fernreise unternimmt, sollte unbedingt Informationen zu den Gegebenheiten vor Ort einholen – zum Beispiel beim Auswärtigen Amt, das medizinische Hinweise zu einzelnen Ländern gibt. So kann es bei einem Tropenurlaub beispielsweise notwendig werden, vorab Malariatabletten als Prophylaxe einzunehmen oder ein sogenanntes Stand-by-Medikament für den Erkrankungsfall dabei zu haben. Unabdingbar ist auf Fernreisen außerdem ein Fieberthermometer, das Ihnen den Ausbruch einer fiebrigen Infektionserkrankung anzeigt. 

Zum Schutz sollten Sie darüber hinaus ein Moskitonetz und Moskitosprays für Haut und Kleidung einpacken, da Malaria und einige andere Tropenkrankheiten hauptsächlich von Stechmücken übertragen wird. Für Reisen in sehr warme Gebiete wie Ägypten oder Südafrika sollten Sie empfindliche Medikamente in einer stabilen und isolierten Kiste aufbewahren. In Afrika und China ist es zudem besonders wichtig, eigene Medikamente in ausreichender Menge mitzuführen, da hier zahlreiche Fälschungen auf dem Markt sind, sodass die Qualität nicht immer gewährleistet ist.

Tipps für die Reiseapotheke passend zur Reiseart

Passen Sie Ihre Reiseapotheke am besten  immer an die geplanten Aktivitäten im Urlaub an. Dabei gilt: Je abgelegener das Reiseziel und je gefährlicher die Urlaubsaktivitäten sind, desto umfangreicher sollte die Reiseapotheke sein und desto wichtiger wird das informative Gespräch mit einem Reisemediziner. So sind zum Beispiel Notfall-Sets für die Eigenbehandlung von Schlangenbissen erhältlich. Für Dschungeltouren nehmen Sie zudem genügend Desinfektionsmittel zur Wundversorgung mit. Wer an einer Wüstensafari teilnimmt, sollte zusätzliche Medikamente einpacken: Zum Beispiel gegen Augenbeschwerden, da Staub, Wind und Licht Beschwerden wie eine Bindehautentzündung hervorrufen können, vor der eine Sonnenbrille nicht immer schützt.

Reisemedizin – Erkrankungen im Urlaub vorbeugen und behandeln

Fernreisen sind beliebt wie nie. Südostasien, Lateinamerika, die Karibik und Australien locken mit Traumstränden, beeindruckender Natur und Sonnenschein. Da in diesen Ländern die klimatischen Bedingungen anders sind als in Deutschland, stellen sie jedoch auch andere Herausforderungen an die Gesundheit und unser Immunsystem. Zudem entsprechen die hygienischen Verhältnisse mancher Reiseländer nicht dem gewohnten Standard.

Befassen Sie sich vor Ihrem Urlaub daher mit der Reisemedizin. So erhalten Sie Antworten auf alle wichtigen Fragen zu gesundheitlichen Risiken in Europa und Reiseländern auf anderen Kontinenten. Dazu stellt sie Diagnosen und befasst sich mit Therapien von Reisekrankheiten sowie der Vorsorge. Kurz: Die Reisemedizin hilft Ihnen, Krankheiten effektiv zu vermeiden.

Prophylaxe in der Reisemedizin: Beratung und Information

Aufklärung ist das wichtigste Instrument der Reisemedizin. Wer weiß, worauf er achten muss, kann das Risiko für Reisekrankheiten deutlich senken. Planen Sie eine Auslandsreise, informieren Sie sich deshalb über:

Bei all diesen Themen helfen Ihnen gerne die Experten unserer Reise- und Gesundheits-Assistance weiter und beraten Sie telefonisch. Je nach Reiseziel – gerade für Südostasien, Lateinamerika, Afrika und die Karibik – sollten Sie vor der Reise den Hausarzt, am besten aber einen spezialisierten Tropenmediziner aufsuchen und sich zu den landestypischen Krankheiten beraten lassen. In großen Krankenhäusern gibt es häufig ein Zentrum für Reisemedizin oder für Tropenmedizin. Hier bekommen Sie eine reisemedizinische Beratung oder eine Reiseimpfberatung. Außerdem können Sie sich in diesen Zentren die erforderlichen Impfungen geben lassen.

Impfungen als Teil vorbeugender Reisemedizin

Für viele Infektionskrankheiten gibt es in Deutschland bereits eine Empfehlung von der Ständigen Impfkommission. Je nach Reiseland wird in der Reisemedizin jedoch zu zusätzlichen Impfungen geraten. Für Thailand oder Kuba empfiehlt sich beispielsweise eine Reiseimpfung gegen Hepatitis A und B. Dabei handelt es sich um Infektionskrankheiten, für die im Reiseland ein größeres Risiko besteht. Darüber hinaus gibt es Pflichtimpfungen, die bei der Einreise vorgeschrieben sind. So fordert unter anderem Australien bei der Einreise aus Gelbfieberregionen eine gültige Impfung gegen Gelbfieber.

Welche Impfungen für Ihr Reiseziel vorgegeben und welche aus reisemedizinischer Sicht ergänzend sinnvoll sind, erfahren Sie in unserem Artikel "Welche Impfungen brauchen Sie im Ausland?". Informieren Sie sich rechtzeitig, denn bei manchen Impfstoffen ist der Impfschutz erst nach einigen Wochen vollständig aufgebaut. Beachten Sie zudem, dass die Eigeninformation vor Ihrer Reise nicht den Besuch bei einem spezialisierten Arzt ersetzt.

Kostenlose Beratung für Kunden

Als Kunde von Allianz Travel erhalten Sie bei Bedarf eine kostenlose telefonische Beratung. Klären Sie mit unseren Experten alle Fragen rund um Ihr Reiseziel und die erforderlichen Impfungen oder die medizinische Versorgung vor Ort.

Rufen Sie uns an: 

+49 89 62424-245.

Reisemedizin nach der Rückkehr aus dem Urlaub

Fieberkrankheiten, die Sie in den Tropen und Subtropen bekommen haben, lassen Sie spätestens nach Ihrer Rückkehr untersuchen und informieren den Arzt dabei über Ihre Fernreise – auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Hinter einem solchen Fieber können sich verschiedene ernste Krankheiten wie Malaria, Typhus, Q-Fieber oder Dengue verbergen. Wenden Sie sich also an einen Facharzt für Reisemedizin.

Auch langwierige Durchfallerkrankungen sollten Sie unbedingt abklären lassen, um sicherzugehen, dass Sie nicht unter einer Darminfektion oder einem Wurm leiden. Suchen Sie im Ausland einen Arzt auf, hilft es, vorher eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen zu haben. Dann müssen Sie sich um die Kosten für Behandlung und Medikamente keine Gedanken machen. 

Medikamente auf Reisen: Was hilft?

Je nach Reiseland und dortiger medizinischer Versorgungslage empfiehlt es sich, Ihre Reiseapotheke um bestimmte Medikamente aufzustocken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt zudem über möglicherweise notwendige Vorsorge-Medikamente. Folgende Medikamente und Mittel sollten Sie immer mit auf Reisen nehmen und dabei auch immer auf deren Wirkstoffe achten:

  • Mittel zur Wunddesinfektion
  • Durchfallmedikamente mit dem Wirkstoff Loperamid (zum Beispiel Imodium akut) bekämpfen die Symptome, nicht aber die Ursache. Sie eignen sich als vorübergehende Lösung beispielsweise vor längeren Busfahrten oder einem Ausflug.
  • Insektenschutzmittel (Mittel mit dem Wirkstoff DEET, Icaridin oder Para-Menthan-3,8-Diol schützen laut wissenschaftlicher Studien am besten). Bedenken Sie jedoch, dass Sie am jeweiligen Reiseziel häufig effektivere Insektensprays bekommen als zuhause, da deren Zusammensetzung besser auf die Stechmücken vor Ort abgestimmt ist. Eventuell hilft zudem ein Mückennetz für das Bett.
  • In von Malaria betroffene Länder nehmen Sie ein vom Arzt verschriebenes Notfall-Medikament und ein Fieberthermometer mit. Lassen Sie sich zudem beraten, ob Sie explizit eine Malaria-Prophylaxe benötigen – sprich, sich bereits vor Reisebeginn durch die Einnahme von Medikamenten immunisieren – oder Sie Mittel wie Malarone als Stand-by-Schutz mitführen, um den Parasiten nach der Infektion abzutöten. Bedenken Sie aber, dass Sie auch in diesem Fall schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen müssen, sollten im Urlaub Symptome wie Fieber auftreten. Malaria-Medikamente wie Malarone sind für Schwangere und Stillende übrigens nicht geeignet. Besprechen Sie daher mit Ihrem Arzt Ihren Malariaschutz.
  • Ein Breitbandantibiotikum, das Ihnen der Arzt verschreiben muss, wirkt gegen mehrere unterschiedliche Erreger. Eines mit dem Wirkstoff Amoxicillin beispielsweise gegen Magen-Darm-Infektionen, Lungen- und Mandelentzündungen, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen oder Blutvergiftungen. Nehmen Sie es im Krankheitsfall aber nicht einfach ein, sondern besprechen Sie sich auch auf Reisen zunächst mit einem Arzt. Gerade Schwangere und Stillende nehmen Antibiotika nicht ohne ausdrückliche Empfehlung eines Mediziners ein.
  • Für Ihr Baby oder Kleinkind benötigen Sie spezielle Nasentropfen, da sie den Wirkstoff in Erwachsenensprays nicht vertragen.
  • In Regionen, die medizinisch unterversorgt sind, empfehlen wir, Einmalhandschuhe, Spritzen und Kanülen mitzunehmen.
  • Auch ein Mittel gegen die ungefährliche, aber unangenehme Reisekrankheit sollte nicht fehlen, damit Ihnen während der Anreise Übelkeit und Unwohlsein nicht zu schaffen machen. Beispielsweise Mittel mit dem Wirkstoff Diphenhydramin, der Erbrechen entgegenwirkt, allerdings müde macht. Für Kinder gibt es spezielle Zäpfchen.

Auslandskrankenversicherung als Schutz in Notfällen

Zusätzlich zu diesen Vorsorgemaßnahmen sollten Sie idealerweise für jede Reise eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Dass eine Reisekrankenversicherung für die USA zum Beispiel besonders wichtig ist, ist bekannt. Denn dort sind die Behandlungskosten extrem hoch. Aber auch in Kanada oder Österreich und in typischen Urlaubsländern wie der Türkei und Kroatien kommen hohe Rechnungen auf Sie zu, wenn Sie sich nicht absichern. Kümmern Sie sich also rechtzeitig um Ihren Reiseschutz, so können Sie Ihren Urlaub bedenkenlos genießen.

Haltbarkeit von Medikamenten – das müssen Sie wissen

Sie haben Ihre Medizin gegen Reiseübelkeit im letzten Urlaub nicht aufgebraucht und auch in der Verpackung des Mittels gegen Magenbeschwerden findet sich noch ein letzter Rest. Der Grundstock Ihrer Reiseapotheke für die Bali-Reise steht also, richtig? Einerseits ja, denn Sie müssen tatsächlich nicht für jeden Urlaub neue Medikamente kaufen. Andererseits können verdorbene Arzneimittel Gefahren für die Gesundheit bergen und verlieren vor allem Ihre Wirksamkeit. Daher berücksichtigen Sie bei Transport und Lagerung von Medikamenten einige wichtige Regeln – sowohl vor als auch während Ihrer Reise.

Reisemedizin nicht mehr nach Verfallsdatum verwenden – aber weshalb?

In Deutschland muss auf allen Medikamenten – auch auf klassischen Reisearzneien wie Durchfallmitteln, Gels gegen Juckreiz oder Desinfektionssprays – ein Verfallsdatum angegeben sein. Dieses wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf der Grundlage der Herstellerangaben festgelegt und dient nicht wie bei Lebensmitteln als Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern als Stichtag, nach dem Sie das Medikament keinesfalls mehr verwenden sollten. Denn nur für den angegebenen Zeitraum werden sowohl die Wirksamkeit als auch die Keimfreiheit und das Nichtvorhandensein schädlicher Abbauprodukte garantiert.

Die Verwendbarkeitsdauer kann je Produkt, Darreichungsform und Klimazone unterschiedlich ausfallen, darf aber nicht länger als fünf Jahre betragen. Grund ist der wissenschaftliche Fortschritt. So kann es sein, dass innerhalb von fünf Jahren neue Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt werden. Dann sind die abgelaufenen Tabletten zwar vielleicht noch wirksam, aber die Packungsbeilage enthält die neuen Erkenntnisse noch nicht. Grundsätzlich sollten Sie Medikamente nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht mehr einnehmen, da:

  • sich der Wirkstoffgehalt verringern kann, sodass die gewünschte Wirkung nicht erreicht wird;
  • Keime in die Verpackung eindringen können;
  • beim Abbau gesundheitsschädliche, in manchen Fällen sogar krebserregende Schadstoffe entstehen können.

Achten Sie beim Packen der Reiseapotheke auf die Haltbarkeit der Medikamente

Gerade wenn Sie Ihre Reiseapotheke packen, ist es wichtig, auf die Haltbarkeit der Medikamente zu achten. Reisen Sie in ein Land mit eingeschränkter medizinischer Versorgung, empfehlen unsere Experten, sich auch mit Medikamenten für eine Notfallversorgung auszustatten. 

Hierfür sollten Sie jedoch unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen und nicht etwa "sicherheitshalber" eine aufgehobene Packung abgelaufener Antibiotika einstecken. Gerade bei rezeptpflichtigen Medikamenten – wie es auch Antibiotika sind – ist es wichtig, mit einem Arzt vorher die Voraussetzungen für eine eventuelle Einnahme während einer Auslandsreise abzuklären. Bevor Sie in den Urlaub starten:

  • Überprüfen Sie noch einmal die Verfallsdaten vor dem Einpacken.
  • Überlegen Sie, unter welchen Bedingungen Sie die Arzneien während der Reise aufbewahren, vor allem, wenn Sie in ein heißes Land reisen.
  • Sortieren Sie nach der Reise Medikamente aus, die unsachgemäß gelagert wurden.

Medikamente auf Reisen richtig lagern, um die Haltbarkeit nicht zu verkürzen

Die falsche Lagertemperatur, Licht, Feuchtigkeit oder eine unsachgemäße Entnahme aus der Verpackung können die Haltbarkeit von Medikamenten beeinträchtigen – vor allem im Urlaub und auf Reisen. Falsch gelagerte Arzneimittel können bereits vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums ihre Wirksamkeit verlieren oder sogar gesundheitsschädlich sein. Beherzigen Sie daher folgende Tipps:

  • Auf der Umverpackung mancher Produkte ist für die Medikamenteneinlagerung eine Temperatur angegeben. Denn grundsätzlich kann sowohl zu viel Wärme als auch zu viel Kälte der Reisemedizin zusetzen. Ungesättigte Fettsäuren in Salben verändern sich. Pflaster haften schlechter. Wirkstoffe zersetzen sich schneller. Um die Haltbarkeit Ihrer Medikamente nicht zu verkürzen, lagern Sie sie im Auto deshalb unter einem Vordersitz oder gut abgedeckt im Kofferraum. Dort bleibt die Temperatur am konstantesten. Zudem lassen Sie Ihre Medikamente nicht zu lang im heißen Auto liegen, wenn Sie selbst aussteigen.
  • Müssten Sie Ihr Reisemedikament kühl lagern, nehmen Sie für längere Autofahrten eine Kühltasche mit, achten dabei aber darauf, dass die Arzneien nicht direkt mit den Kühlakkus in Berührung kommen. Denn auch zu viel Kälte kann die Haltbarkeit verkürzen. Im Flieger nehmen Sie Ihre Reisemedizin daher soweit möglich mit ins Handgepäck und lassen sie nicht im kalten Gepäckraum. Im Hotel angekommen, lagern Sie nur Reisemedikamente im Kühlschrank, die auch wirklich gekühlt werden müssen.
  • Bewahren Sie Arzneimittel auch in der Reiseapotheke in der Originalverpackung auf. Sie schützt vor Licht und enthält den Beipackzettel mit den Informationen zur Anwendung. Denn Licht kann eine Zersetzung der Wirkstoffe in Gang setzen. Entnehmen Sie sie deshalb auch keinesfalls den Blistern.
  • Lagern Sie Arzneimittel nicht im Badezimmer Ihres Hotels. Die schwankende Luftfeuchtigkeit und die eher hohe Durchschnittstemperatur sind wenig geeignet.

Haltbarkeit bereits geöffneter Reisemedikamente

Auf schnell verderblichen Medikamenten ist auf der Verpackung angegeben, wie lange diese nach dem Öffnen haltbar sind. Das gilt auch für Medikamente, die schnell mikrobiell verkeimen können, wie zum Beispiel Augentropfen. Wir haben Ihnen die wichtigsten Grundregeln für bereits geöffnete Reisemedikamente zusammengestellt:

  • Entnehmen Sie die Einzeldosis sorgfältig und achten Sie auf Hygiene.
  • Achten Sie bei Flüssigkeiten darauf, den Rest nicht durch Kontakt mit den Händen oder Gegenständen zu verschmutzen.
  • Verschließen Sie das Behältnis sofort und gründlich nach der Entnahme.
  • Notieren Sie sich das Öffnungsdatum auf der Schachtel. So wissen Sie, wie lange die Haltbarkeit des Medikaments noch garantiert ist.

So erkennen Sie, ob Medikamente abgelaufen sind

Gerade im Urlaub kann eine falsche Lagerung oder die Beschädigung der Verpackung die Reisemedizin vorzeitig verderben lassen – selbst wenn das Verfallsdatum eines Medikaments noch nicht überschritten ist. Ist die Haltbarkeit des Medikaments nicht sichergestellt, sollten Sie das Arzneimittel auf keinen Fall einnehmen. Im Zweifelsfall fragen Sie in der Apotheke Ihres Reiselandes um Rat und achten natürlich selbst auf die deutlichsten Anzeichen für verdorbene Medikamente:

  • Verfärbung oder Verflüssigung bei Salben, Zäpfchen oder Gels
  • Verfärbungen und Rissbildung in Tabletten
  • aufgeblähte Verpackungen
  • Entwicklung unüblicher Gerüche
  • Ausflockung oder Trübung von Flüssigkeiten, vor allem bei Injektionsflüssigkeiten

Entsorgung von Medikamenten

Abgelaufene und verdorbene Medikamente gehören zum sogenannten "Siedlungsabfall". Sie können prinzipiell über den Hausmüll entsorgt werden.

Auf keinen Fall dürfen Arzneimittel über die Toilette entsorgt oder ins Waschbecken gekippt werden, denn so geraten die Wirkstoffe in den Wasserkreislauf!

Zahlreiche Apotheken nehmen alte Arzneimittel zur fachgerechten Entsorgung an.

Medikamentenunverträglichkeit auf Reisen

Medikamente sollen helfen – gerade auf Reisen. In seltenen Fällen tun sie aber genau das Gegenteil. Liegt eine Medikamenten­unverträg­lichkeit vor, können im Urlaub Beschwerden auftreten. Dabei handelt es sich nicht um die Neben- oder Wechselwirkungen des Medikaments. Bei einer Medikamentenunverträglichkeit reagiert der Körper allergisch auf den Wirkstoff selbst. Daher gilt sie auch als Arzneimittelallergie oder Medikamentenallergie.

Eine solche allergische Reaktion kann unterschiedlich stark und im Extremfall sogar lebensbedrohlich verlaufen. Informieren Sie sich vor dem Urlaub umfassend und füllen Sie Ihre Reiseapotheke mit Arzneimitteln, auf deren Wirkstoffe Sie nicht allergisch reagieren. Wir erklären, welche Reisemedikamente Auslöser sind, wie Sie sich mit einer Medikamentenunverträglichkeit auf den Urlaub vorbereiten und was Sie bei ersten Symptome einer Arzneimittelallergie unternehmen.

Was passiert bei einer Medikamentenunverträglichkeit?

Eine Medikamentenunverträglichkeit kann eine allergische oder eine pseudoallergische Reaktion auslösen. Unter einer allergischen Reaktion wird eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen im Normalfall harmlosen Stoff bezeichnet. Das können Blütenpollen, Hausstaubmilben oder eben Medikamente sein. Bestimmte, beim Erstkontakt mit dem Allergen gebildete Antikörper sorgen für die Ausschüttung von Botenstoffen, die eine Entzündungsreaktion hervorrufen.

Erfahren Sie in unserem Allergie-Ratgeber, wie Sie auf Reisen allergische Reaktionen der gängigen Allergien vermeiden

Bei einer pseudoallergischen Reaktion aufgrund einer Arzneimittelintoleranz führen die entsprechenden Medikamente dagegen zu einer direkten Freisetzung von Botenstoffen. Es entsteht eine allergieähnliche Reaktion. Da aber keine Antikörper beteiligt sind, liegt keine echte Allergie vor. Solche pseudoallergischen Reaktionen können schon beim ersten Kontakt mit dem Medikament auftreten.

Welche Symptome sind bei einer Medikamentenunverträglichkeit typisch?

Bei den Symptomen einer Unverträglichkeit gegen Antibiotika oder andere Medikamente wird  zwischen der Sofortreaktion und der Spätreaktion unterschieden. Unter Sofortreaktion werden Symptome verstanden, die sofort bis eine Stunde nach Einnahme des Medikaments auftreten. Hierbei handelt es sich in der Regel um anaphylaktische Reaktionen, die den gesamten Organismus betreffen. Spätreaktionen, meist in Form von Ausschlag, treten in der Regel nach mehr als sechs Stunden, manchmal auch erst nach Tagen auf.

  • Typische Sofortreaktionen der Haut sind Rötung, Überwärmung (Flush) und juckende Quaddeln (Nesselsucht).
  • Die Wechselwirkung zwischen UV-Strahlen und Medikamenten kann zu einer phototoxischen und photoallergischen Arzneimittelreaktion führen. Im Urlaub sollten Sie sich nach der Einnahme eines Medikaments deshalb nicht zu intensiv der Sonne aussetzen.
  • Reaktionen des Magen-Darm-Trakts sind Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Durchfälle.
  • Bei schwerem Verlauf können die Atemwege zuschwellen, Asthmaanfälle und Kreislaufprobleme auftreten.
  • Im Extremfall kann es zum anaphylaktischen Schock kommen. Die meist akut einsetzenden Symptome können rasch fortschreiten und lebensbedrohlich werden.
  • Das Arzneimittelexanthem als Spätreaktion ist ein Hautausschlag. Meist ist dieser ungefährlich und heilt ohne Folgen wieder ab.
  • Eine schwere allergische Spätreaktion kann aber auch Organe wie Leber, Lunge oder Niere betreffen. An der Haut bilden sich dann häufig Blasen oder Nekrosen (abgestorbenes Gewebe), auch die Schleimhäute können betroffen sein.

Welche Reisemedikamente sind häufige Auslöser für allergische Reaktionen?

Im Grunde können alle Arzneimittel eine allergische oder allergieähnliche Reaktion auslösen. Besonders häufig ist eine allergische Reaktion jedoch bei einigen typischen Reisemedikamenten wie Antibiotika oder Schmerzmitteln. Der Wirkstoff Diclofenac, der in Voltaren enthalten und damit häufig im Urlaub dabei ist, kann dagegen zu einer pseudoallergischen Schmerzmittelunverträglichkeit führen. So ist es auch bei ASS, der als Inhaltsstoff von Aspirin Teil nahezu jeder Reiseapotheke ist.

Wissen Sie um eine Medikamentenunverträglichkeit, prüfen Sie auf Reisen deshalb immer, welche Wirkstoffe das Medikament hat, das Sie einnehmen. Auch Ihre Reiseapotheke stellen Sie entsprechend zusammen. Haben Sie Diclofenac, ASS oder bestimmte Antibiotika vor Ihrem Urlaub bereits ohne Folgen eingenommen, können Sie die entsprechenden Reisemedikamente natürlich einpacken.

Medikamentenunverträglichkeit – vorbereitet in den Urlaub

Für Ihre Reise ins Ausland empfehlen wir Ihnen, ein englischsprachiges Schreiben oder eines in der Landessprache mitzuführen, in dem Ihre Allergie vermerkt ist. Weisen Sie beim Arztbesuch auf Ihre Medikamentenunverträglichkeit hin und überprüfen Sie genau die Inhaltsstoffe, wenn Ihnen Medikamente verschrieben werden. Im Zweifelsfall rufen Sie Ihren behandelnden Arzt in Deutschland an.

Tipp: Tragen Sie Ihren Allergie-Ausweis, in dem Ihre Medikamentenunverträglichkeit vermerkt ist, auf Reisen immer mit sich. So können die Mediziner am Urlaubsziel schneller reagieren. Wurden Ihnen Notfallmedikamente verordnet, sollten Sie diese ebenfalls immer dabei haben.

Schließen Sie außerdem eine Auslandskrankenversicherung ab. Dann übernehmen wir die Kosten für Arztbesuche, falls Sie im Urlaub eine negative Reaktion auf ein Medikament haben. Hier finden Sie weitere Informationen zu einzelnen Ländern und warum der passende Reiseschutz Sinn macht:

Was tun bei plötzlich auftretender Arzneimittelallergie auf Reisen?

  • Treten im Urlaub aufgrund einer Arzneimittelunverträglichkeit akute anaphylaktische Symptome wie Nesselsucht, Atemnot oder Blutdruckabfall auf, rufen Sie den Notarzt! Denn eine solche Gesamtreaktion kann schnell voranschreiten und lebensbedrohlich werden.
  • Spätreaktionen wie Arzneimittelexantheme verlaufen meist harmlos und heilen gut ab. Gehen Sie spätestens nach Ihrer Rückkehr, wenn möglich noch während Ihres Urlaubs, dennoch zum Arzt. So kann er Ihnen eine Salbe zur Behandlung verschreiben, zudem die Medikamentenunverträglichkeit abklären! Bei schweren Spätreaktionen ist eventuell eine Behandlung im Krankenhaus nötig.
  • Allgemein gilt: Weisen Sie zukünftig – gerade auf Reisen – bei jedem Arztbesuch auf die Medikamentenunverträglichkeit hin, damit der Arzt Ihnen kein falsches Präparat verschreibt. Ist die Gabe unumgänglich – beispielsweise bei einem Narkosemittel oder einem Röntgenkontrastmittel – muss der behandelnde Arzt vor Verabreichung die Immunreaktion ausschließen. Er kann dazu zum Beispiel ein Antihistaminikum oder Glukokortikoide geben.

Wie können wir Ihnen helfen?

Allianz Travel ist die Reiseversicherungs-Marke von Allianz Partners, einem der weltweit führenden Anbieter von Reiseversicherungen. Wir stehen unseren Kunden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung – mit einem umfassenden Netzwerk aus Spezialisten. Unsere Erfahrung mit Versicherungsschutz und Assistance-Dienstleistungen aus einer Hand gehört zu unseren Stärken. Deshalb vertrauen jährlich mehr als 250 Millionen Menschen auf die Erfahrung und Soforthilfe der Allianz Partners Gruppe. Versicherer ist die AWP P&C S.A., Niederlassung für Deutschland.